Wulf Kramer
veröffentlicht am 01. Okt. 2026
3 Minuten Lesezeit
Am 11. Oktober diskutiert unser Mitgründer Wulf Kramer beim Real:labor Festival in Karlsruhe über partizipative Forschung und Stadtgestaltung. Ein Thema, das uns seit unserer Gründung begleitet. Denn wer öffentliche Räume verändern will, muss die Menschen vor Ort ernst nehmen und ihre Perspektiven mitnehmen. Und zwar nicht erst dann, wenn alles fertig geplant ist.
Wenn Beteiligung zu spät kommt
In vielen Planungsprozessen läuft Beteiligung nach einem bekannten Muster ab. Es gibt eine Infoveranstaltung, Pläne an Stellwänden und Klebepunkte für Kommentare. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die wichtigsten Weichen oft schon gestellt.
Dazu kommt: Pläne sind abstrakt. Wie sich ein Platz anfühlt, auf dem morgens keine Autos mehr parken, lässt sich auf Papier kaum vorstellen. Entsprechend dreht sich die Diskussion schnell um Befürchtungen statt um Möglichkeiten.
Beteiligung, die man anfassen kann
Reallabore und Verkehrsversuche drehen diese Logik um. Statt über einen Entwurf zu sprechen, wird der Straßenraum auf Zeit tatsächlich verändert. Parkplätze werden zu Sitzinseln, Straßenabschnitte zu Treffpunkten mit Grün und Schatten.
In unseren Projekten erleben wir immer wieder, was dann passiert. Ob im Reallabor Griesheim, im Superblock-West in Stuttgart oder bei den Verkehrsversuchen von THE STÄDT in Baden-Württemberg: Menschen bleiben stehen, setzen sich, kommen ins Gespräch. Sie reden nicht mehr über Pläne, sondern über ihren Ort. Was funktioniert? Was fehlt? Was soll bleiben?
Genau dafür entwickeln wir unsere Stadtmöbel. Sie lassen sich ohne Fundament und ohne Bagger aufstellen, flexibel umbauen und wieder abbauen. So wird aus einem Experiment ein Lernprozess, an dem alle teilnehmen können. Und Entscheidungen fallen am Ende auf Basis echter Erfahrungen.
Ausprobieren, lernen, gemeinsam entscheiden.
Drei Perspektiven beim TRIALOG
Beim TRIALOG – partizipative Forschung & Stadtgestaltung treffen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft aufeinander. Auf dem Podium sitzen Leonie Hensgen vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT, Verkehrsplaner Aljoscha Löffler und Wulf Kramer.
Gemeinsam geht es um die Möglichkeiten und Herausforderungen von Beteiligung: Welche Formen bewegen wirklich etwas? Wie gelingt der Schritt vom Experiment zur dauerhaften Veränderung? Das Format ist bewusst offen angelegt. Erfahrungen, Ideen und Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich Teil der Diskussion.
Das Real:labor Festival wird von TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum gemeinsam mit dem ITAS und dem KIT-Zentrum Mensch und Technik veranstaltet und macht die Reallaborforschung des KIT für alle zugänglich.
Termin und Ort
| Veranstaltung | TRIALOG – partizipative Forschung & Stadtgestaltung |
| Datum | Sonntag, 11. Oktober 2026, 15:00–16:00 Uhr |
| Ort | TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum, Kaiserstraße 93, 76133 Karlsruhe |
| Eintritt | frei, keine Anmeldung erforderlich |
Wir freuen uns auf alle, die vorbeikommen und mitdiskutieren. Für eine Stadt mit mehr Happy Places.
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